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Bundestrainer Rudi Sonnenbichler im Interview

10.03.2011

Rudi Sonnebichler ist neuer Sitzvolleyball Bundestrainer der Herren. In einem Interview gibt er eine Einschätzung zum Sitzvolleyball in Deutschland und spricht über die Ziele des Teams.

Rudi Sonnenbichler

Herr Sonnenbichler, wie sind Sie zu ihrem neuen Posten gekommen?

Mein ehemaliger DVV-Nationalmannschafts-Physio Stefan Henne hat nach der Sitzvolleyball-WM 2010 intensiv bei mir gebohrt. Sehr lange habe ich mit der Entscheidung gezögert und mich erst genauer mit den Gegebenheiten beschäftigt. Meine endgültige Zusage habe ich erst gegeben, als ich keine anderen sportlichen Verpflichtungen mehr hatte und – in Absprache mit meiner Familie - ein zeitlich akzeptabler Plan Konturen annahm.

Was ist Ihr Ziel mit der Mannschaft?

Wir wollen uns bei der Europameisterschaft in den Niederlanden direkt für die Paralympics 2012 in London qualifizieren.

Geben Sie uns doch eine kurze Einschätzung zum Sitzvolleyball in Deutschland:

Sitzvolleyball ist ein toller Sport, der an Spieler und Teams hohe technische und taktische Anforderungen stellt. Aus meiner Sicht sind die Gegebenheiten in Deutschland nicht optimal. Es gibt bei uns zu wenig Vereine und dem zu Folge auch zu wenig Spieler. Auch die Anzahl der Trainer ist sehr limitiert. Darüber hinaus fehlt ein regelmäßiger Spielbetrieb und eine klare Wettkampfkonzeption.
Im Bereich der Nationalmannschaft fehlt bei den Spielern teilweise noch die entschiedene Fokussierung auf leistungssportliche Anforderungen und Notwendigkeiten, was aber auch verständlich wird, wenn man den absoluten Amateurstatus der Spieler sieht!

Was reizt Sie der Aufgabe, was wollen Sie verändern?

Für mich liegt der Reiz in der Aufgabe mit Menschen zu arbeiten, die mit/trotz einer Behinderung sportliche Ziele und Visionen haben. Ich möchte mittelfristig die bereits angesprochenen Gegebenheiten verbessern und erreichen, dass die Nationalspieler sich auf den Sport fokussieren können, was vor allem bei einem sportlich so hohen Ziel, wie einer möglichen Olympia-Qualifikation einfach notwendig wäre. Darüber hinaus muss die Kommunikation und die Kooperation im Sitzvolleyball verbessert werden. Die Vereine müssen mit ins Boot!

Wie wird das Team rund um die Mannschaft aussehen?

Wir konnten mit Siegmund Soicke einen ehemaligen Nationalspieler für den Posten des Teammanagers gewinnen, der sich in der Sitzvolleyballszene sehr gut auskennt. Alls Physiotherapeut wird uns weiter Stefan Henne zur Verfügung stehen, mit dem ich bereits beim DVV erfolgreich zusammengearbeitet habe. Die Position des Co-Trainers habe ich durch die aktuelle Zusage eines langjährigen Freundes erst/schon zur Hälfte besetzen können. Ich würde liebend gerne noch einen „Trainer mit Sitzvolleyball -Erfahrung“ dazu holen – oder einen (noch/ehemals) Volleyball - Aktiven, dem diese Arbeit Spaß machen würde! Wer Lust/ Motivation hat, sollte sofort Kontakt mit mir aufnehmen!“

Autor: Jörg Frischmann / Foto: Rudi Sonnenbichler

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