Die Wunder von Berlin
10.10.2006
Eine Ära geht zu Ende. Nach 13 Jahren heißt der Deutsche Meister im Sitzvolleyball im Jahr 2006 nicht Bayer 04 Leverkusen. Im 8ten Versuch gelang es der Mannschaft Berliner Brauereien nun endlich den Traum zu verwirklichen und den Deutschen Meistertitel nach Berlin zu holen.
Und dieses Finale war mit Sicherheit nicht nur ein geschichtsträchtiges Ereignis, sondern es war vor allem mal ein absoluter Sitzvolleyballkrimi, dem es an
Spannung in keiner Minute mangelte. Nachdem die Berliner den ersten Satz für sich entscheiden konnten, verloren Sie den 2ten Satz mehr als deutlich. Mit
Sicherheit kam in diesem Moment in einigen Köpfen die Erinnerung an die vergangenen Finalspiele zwischen Berlin und Leverkusen hoch, die am Ende immer knapp
die Leverkusener f/uuml;r sich entscheiden konnten.
Aber niemand auf der Tribüne des Berliner Sportforums wollte so recht daran glauben, dass es auch in diesem Jahr so sein sollte. Und so entpuppte sich das
Publikum als mindestens 7ter Mann auf dem Feld. Immer wieder wurden die Jungs lautstark unterstützt und regelrecht nach vorn gebrüllt.
Am Ende hieß es wieder einmal Tie-Break, den diesmal aber die Berliner kampf- und nervenstark für sich entscheiden konnten. 20:18 nach dem Tie-Break - viel
knapper kann man ein Spiel nicht gestalten, aber es war ein absolut verdienter Sieg für das beste Team bei diesen Meisterschaften.
Aber dieser Sieg ist nicht das einzige Wunder dieses Wochenendes...
Sollte die Tie-Break-Faszination der Sivobas tatsächlich zu Ende sein? Es scheint ganz so.
Die Sivobas präsentierten sich in der Form ihres Lebens und spielten mit Sicherheit das beste Turnier seit Gründung dieser Mannschaft. Souverän und kampfstark
wurden die Herausforderungen dieses Wochenendes angegangen und dass obwohl der Mannschaft mit Mandy Küsel in der Vorrunde und Diana Trapp im gesamten Turnier
gleich 2 Leistungsträger fehlten. Beide waren bei diesem Turnier im Einsatz für die
Sivostars.
Nach 2 klaren Siegen und einer Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen in der Vorrunde, hieß es Platz 2 der Gruppe A und der Grundstein für den Weg ins Halbfinale
war gelegt.
Nach diesem Ergebnis war klar, dass eine kleine Zielkorrektur vorgenommen werden mußte und es ab jetzt hieß, wir wollen ins kleine Finale und endlich einmal
um eine Medaille mitspielen.
Mit diesem Ziel vor Augen, wurde die Mannschaft aus Rheydt in der Zwischenrunde im ersten Satz förmlich überrannt. Im zweiten Satz sollte es dann aber doch noch
knapp werden. Plötzlich fanden die Rheydter wieder zu ihrem Spiel und führten zwischenzeitlich 21:16. Doch mit einer traumhaften Aufgabenserie brachte Ronny
Strohmeyer die Mannschaft wieder zurück ins Rennen und der Tie-Break konnte abgewehrt werden.
Das Halbfinalspiel gegen die deutlich überlegenen Berliner wurde dann deutlich verloren und so hieß der Gegner im kleinen Finale Leipzig. Und damit stand es bereits vor Spielbeginn fest. Bronze für die Sivobas, da die Leipziger bei diesem Turnier außer Konkurrenz gestartet sind.
Danke an dieser Stelle an die Berliner Truppe für die tolle Ausrichtung dieser Veranstaltung und vor allem dafür, dass sie mit hohem Einsatz auch ausserhalb
des Spielfeldes an diesem Wochenende viel für die Zukunft des Sitzvolleyballs in Deutschland getan haben.
Und ein besonderer Dank sollte mit Sicherheit dem Berliner Publikum gelten (besonders der lautstarken Ein-Mann-Kapelle auf dem obersten Rang). Dank Eurer
Unterstützung war in der Halle eine Stimmung, die so vorher noch nicht dagewesen ist und die mit Sicherheit seinesgleichen sucht.
Webweiser
Bilder vom Turnier gibt es hier:
Das komplette Ergebnis zum Download als pdf-file:
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