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Sitzvolleyball-Herren gewinnen EM-Bronze

13.09.2007

Mit gemischten Gefühlen kehren die Sitzvolleyball-Herren von den Europameisterschaften wieder, die vom 3.9. bis 9.9. in Nyiregyhaza/Ungarn stattfanden.

Foto: Jubel nach dem Sieg der Bronze-Medaille Im Spiel um Platz drei gewann die deutsche Mannschaft um den Mannschaftskapitän Steffen Barsch gegen den Gastgeber Ungarn mit 3:1 Sätzen. Martin Rickmann wurde als bester Aufgabespieler des Turniers geehrt.

Trotz starker Auftritte der deutschen Mannschaft und dem Gewinn der Bronzemedaille erreichte sie ihr Ziel nicht, den einzigen noch freien Startplatz für Europa bei den Paralympics im nächsten Jahr, neben der als Weltmeister bereits qualifizierten Mannschaft aus Bosnien/Herzegovina, zu erringen.

In der Gruppenphase verlor die deutsche Auswahl trotz starker Leistung das wichtige erste Gruppenspiel gegen die hoch motivierte Mannschaft Russlands mit 1:3 Sätzen. Die anschließenden vier Gruppenspiele gewann unser Team gegen die Mannschaften aus Serbien (3:0), den Niederlanden (3:1), der Ukraine (3:2) und Polen (3:0). Im Halbfinale stand dann als Gruppenzweiter das Duell gegen den hohen Turnierfavoriten Paralympicssieger, Welt- und Europameister Bosnien/Herzegovina an. In einem mitreißenden Spiel ging die deutsche Mannschaft an ihre Leistungsgrenze und darüber hinaus und konnte den ersten Satz mit 25:17 sowie den dritten Satz mit 25:22 gewinnen. Die Sätze zwei und vier gingen mit 25:18 sowie 25:17 an die Bosnier. Im Tie-Break erkämpfte sich die Mannschaft aus Bosnien/Herzegovina mit sehr guten Spielaktionen schnell eine 5:0 Führung. Die deutsche Mannschaft steigerte sich wiederum und kam bis auf 11:13 heran. Letztlich ging aber auch dieser Satz mit 12:15 und somit das Spiel mit 2:3 Sätzen verloren. Damit war die letzte Chance auf die Paralympicsqualifikation vergeben.

Im Spiel um Platz drei gewann die deutsche Mannschaft gegen den Gastgeber Ungarn mit 3:1 Sätzen.

Foto: Jürgen Schrapp im Angriff gegen den bosnischen Doppelblock Zu dem Halbfinalspiel äußerte sich der Trainer der deutschen Mannschaft Martin Blechschmidt: "Das Spiel vermittelte absolutes Gänsehautfeeling. Es war das beste Spiel, das eine deutsche Mannschaft wohl je gezeigt hat. Alle Spieler haben alles gegeben. Das gesamte Spiel hatte Weltklasseniveau. Auf dieser Leistung muss aufgebaut werden."
Auch neutrale fachkundige Beobachter stuften das Halbfinalspiel unserer Mannschaft als die stärkste Leistung ein, die in den letzten Jahren gegen die dominante Mannschaft aus Bosnien/Herzegovina erbracht wurde. Umso enttäuschender ist die verpasste Qualifikation für die Paralympics im nächsten Jahr.

Die Europameisterschaft muss in nächster Zeit noch genauer analysiert werden, es zeichnet sich aber der Trend ab, dass in einigen Osteuropäischen Staaten, seit Jahren in Bosnien/Herzegovina aber auch in Russland, der Ukraine teilweise in Serbien und Kroatien, durch die Konzentration der Nationalmannschaftsspieler an einem Standort und die Schaffung professioneller bzw. semi-professioneller Bedingungen mit bis zu zehn gemeinsamen Trainingseinheiten in der Woche ein erheblicher Leistungszuwachs zu verzeichnen ist. So trainierten die Mannschaften aus Russland und der Ukraine unmittelbar vor der EM drei Wochen gemeinsam in Jekaterinenburg/Russland.

Wenn die deutschen Sitzvolleyballer auch künftig Medaillenplätze bei Europa- und Weltmeisterschaften erringen wollen, ist ein Reformprozess innerhalb der Sportart mit Hilfe aller Unterstützer notwendig.

Textquelle: sitzvolleyball.de

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