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Deutschlands Sitzvolleyballerinnen feiern Turniersieg

22.01.2008

Ein mehr als erfolgreiches Wochenende mit einem traumhaften Ergebnis liegt hinter dem deutschen Damenteam.

Nach der im vergangenen Jahr verpaßten Paralympicsqualifikation befindet sich das Team im weiteren Aufbau und bereitet sich bereits jetzt intensiv auf die kommenden Aufgaben, wie z.B. die Europameisterschaften 2009, vor. Im Rahmen dessen startete das Team am vergangenen Wochenende bei den Double-Dutch-Open in Deventer (Niederlande). Das Ziel des Starts war es, weiter Turnier-Erfahrungen gegen die internationale Konkurrenz zu sammeln und zu zeigen, dass in Zukunft mit dieser deutschen Mannschaft zu rechnen ist.

Da Headcoach Sven Ritter leider nicht dabei sein konnte, übernahm Co-Trainer Frank Weißleder die Führung des Teams. Mit ihm traten 7 Spielerinnen (Mandy Küsel, Anett Jelitte, Diana Trapp (alle HSV Medizin Magdeburg), Stefanie Langnau (BV Leipzig), Claudia Maitre, Elly Sieck und Tanja Loettske (alle PSC Berlin)) die Reise nach Holland an um sich im international stark besetzten Starterfeld zu beweisen. Weiter waren selbstverständlich Mannschaftsärztin Ellen Hohmann und Teammanager Stefan Krohn dabei.

Foto: erfolgreicher Doppelblock durch Mandy Küsel und Elly Sieck Mit dabei waren die amtierenden Welt- und Europameister aus den Niederlanden, die Nationalmannschaften Lettlands und Russland (Platz 5 und 7 bei der EM 2007), die finnische Nationalmannschaft, sowie ein niederländisches All-Stars-Team und eine niederländische Vereinsmannschaft - Devolco 88.

Und das Turnier begann am frühen Samstagmorgen gleich mit einem Knüller. Der erste Gegner: der Rekordweltmeister aus den Niederlanden. Gegen genau dieses Team mußten die deutschen Damen noch bei der letzten EM eine deutliche Niederlage einstecken. Also ging die Mannschaft getreu dem Motto: "Du hast nichts zu verlieren!" unbeschwert und voller Tatendrang in dieses Auftaktmatch und gewann den ersten Satz deutlich mit 25:18 - was für ein Auftakt. Im zweiten Satz gelang den Niederländerinnen dann ein knapper 28:26-Erfolg und der Tie-break mußte entscheiden. Hoch konzentriert, mit dynamischen Spielzügen, druckvollen Angriffen und wunderbaren Kombinationen am Netz ging dieser Tie-Break mit 15:12 an Deutschland.
Mit diesem Sieg im Gepäck war die Mannschaft um Kapitän Mandy Küsel für die nächsten Vorrundenspiele hoch motiviert. Die beiden folgenden Spiele gingen jeweils mit 2:0 an Deutschland (gegen Finnland 25:20 und 26:24 und gegen Russland 25:18 und 25:20).

Foto: Anett Jelitte punktet gegen den lettischen Block Das letzte Vorrundenspiel am Samstagabend gegen das holländische All-Stars-Team ging dann jedoch verloren. Aufgrund des langen Spieltages und den schwierigen Bedingungen in der Halle agierte das Team nicht mehr so dynamisch wie zuvor und fand im ersten Satz nicht zu ihrem Spiel. Die erfahrenen niederländischen Damen nutzten diese Phase für sich und entschieden den ersten Satz mit 25:14 deutlich für sich. Im zweiten Satz kämpfte sich das deutsche Team wieder heran und glich mit 25:20 zum 1:1 aus. Der Tie-Break ging dann bereits in der Anfangsphase verloren. Schnell setzten sich die Niederländerinnen 4 Punkten ab und diesen Rückstand konnten die deutschen Damen trotz tollem Kampf nicht mehr aufholen. 15:11 der Endstand in diesem Tie-Break für das All-Stars-Team.

Die beiden letzten Vorrundenspiele am Sonntagmorgen gegen die lettische Nationalmannschaft und gegen die niederländische Vereinsmannschaft Devolco 88 gewann das Team dann jeweils mit 2:1 und damit stand fest, Deutschlands Sitzvolleyballdamen stehen zum ersten Mal in einem Turnierfinale.

Foto: Stefanie Langnau setzt sich gegen den finnischen Doppelblock durch Und dort traf Deutschland dann ein weiteres Mal auf Finnland. Etwas überraschend wurde der erste Satz gegen die starken Finninnen sehr deutlich mit 25:10 gewonnen. Im zweiten Satz wurde es dann erwartungsgemäß schwerer; den finnischen Damen gelang es immer wieder sich mit 3 Punkten abzusetzen, doch das deutsche Team kämpfte sich mit starken Aufschlags- und Blockaktionen immer wieder heran. Zusätzlich bewies Frank Weißleder an der Außenlinie ein weiteres Mal ein glückliches Händchen für Auszeiten und Auswechselungen. Nach einem langen und abwechslungsreichen Satz ging auch dieser mit 25:23 an Deutschland - Turniersieg!

Erschöpft, ergriffen und vor allem stolz bekam das deutsche Team zur Siegerehrung vor größerem Publikum zum ersten Mal eine Goldmedaille umgehängt. Eins hat das Team definitiv gezeigt: Deutschlands Sitzvolleyballerinnen sind zu einem echten und vor allem konkurrenzfähigen Team entwickelt!

Foto: so sehen Sieger aus Nachdem der riesige Druck des vergangenen Jahres von der Mannschaft gewichen ist, konnten sie frei aufspielen, zeigten im gesamten Turnierverlauf Spielzüge auf hohem Niveau und konnte zum ersten Mal ihre Gegner dominieren. Und das größte Kompliment kam vom fachkundigen Publikum, welches zum Teil erstaunt und auch ungläubig reagiert hat. Immer wieder kam die Frage auf: "Warum hat das Team nicht bei der EM diese Leistung gezeigt? Deutschland hätte die Teilnahme an den Paralympics verdient!"

Leider kann man die Zeit nicht zurückdrehen, aber bereits 2009 findet die nächste EM statt und nach den zuletzt im Training und in den Spielen gezeigten Leistungen, blickt die Mannschaftsführung optimistisch in die (sportlich) Zukunft. Nur eins bleibt trotz der jüngsten Erfolge; die finanziellen Probleme der Mannschaft.
Wenn Sie der Mannschaft helfen bzw. sie bei den anstehenden Aufgaben unterstützen wollen, dann wenden Sie sich bitte an den Förderverein we4sports e.V..

Die deutsche Mannschaft bedankt sich an dieser Stelle bei den niederländischen Organisatoren, ganz besonders bei Hans Kronenberg, für die großartige Unterstützung im Verlauf des Turniers!

Und zum Abschluß noch etwas für die Freunde der Statistik: Seit der Gründung der Mannschaft Ende 2006 hat sie bereits 14 Länderspiele bestritten. Aus diesen Spielen ging das Team 8 mal als Sieger hervor! Fortsetzung folgt...

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